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Online-Riese Amazon taumelt in die Zukunft

verzweifelte Suche nach Lösungen bei Karstadt

(2014) Es herrscht Krisenstimmung beim Online-Riesen Amazon, denn während sich beispielsweise "Alibaba" in einen regelrechten Freudentaumel befindet, ist man in der Führungsebene von "Amazon" dem verzweifeln nahe. Die Statistiken sprechen hierbei eine deutliche Sprache, denn die Verlustzahlen sind nicht nur erschreckend, sondern deuten auf ein wahres "Desaster" hin. Zwar versuchte man sich in irgendeiner Art und Weise schön zu reden, doch Fakten lügen nun einmal nicht. Es bestehen keinerlei Zweifel mehr daran, dass sich der Verlust des Online-Riesen "Amazon" praktisch verzehnfacht hat. Natürlich blieben aufgrund dieser Tatsache die entsprechenden Reaktionen an der Börse nicht aus und hatten den Aktienkurs um stolze 13 Prozent absacken lassen. Das muss für die Führungsmannschaft des Online-Riesen "Amazon" wie ein Schlag mitten ins Gesicht gewesen sein, denn eine Besserung scheint in weite Ferne gerückt zu sein. An Wunder glaubt man beim Online-Riesen schon längst nicht mehr, bleibt letztendlich nur die Hoffnung auf das unmittelbar bevorstehende Vorweihnachtsgeschäft. Ähnlich geht es der einstmals ruhmreichen Kaufhauskette "Karstadt", denn hier stehen neben den Verkauf auch noch komplette Schließungen zahlreicher Kaufhäuser, was einem freien Fall gleichzusetzen ist. Doch dazu später noch einiges mehr, denn im ersten Teil dieses Beitrags möchten wir den Gründen des tiefen Falls von "Amazon" etwas näher auf den Zahn fühlen.

Die Bilanzen des vierten Quartals beim Online-Riesen "Amazon" sind einfach nur erschreckend, denn allein mit 170 Millionen US-Dollar Abschreibungen auf das "Fire-Phone" sowie 83 Millionen US-Dollar für noch unverkaufte Geräte schlugen am Quartalsende zu Buche. Ganz zu schweigen von der sündhaft teuren Akquisition des "Videospiele-Onlinesenders Twitch", welche schon einmal locker circa eine Milliarde US-Dollar verschlungen hatte, gerät "Amazon" gewaltig ins Taumeln. Selbst an der Börse gingen die Negativschlagzeilen nicht spurlos vorüber und hatte dafür Sorge getragen, dass zum Ende des Monats Oktober 2014 der Kurs auf 280 US-Dollar pro Aktie gefallen war. Waren es mit Beginn des Jahres noch stolze 400 US-Dollar, welche für eine Aktie des Online-Riesen "Amazon" ausgegeben werden mussten, das entspricht einem Verlust von mehr als 40 Prozent. Waren die Verlustzahlen des abgeschlossenen Geschäftsjahres 2013 noch mit 41 Millionen US-Dollar (netto) angegeben, waren es im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bereits 437 Millionen US-Dollar Nettoverluste. Zwar gilt Gründer "Jeff Bezos" in Fachkreisen als ehrgeizige und zielstrebige Kämpfernatur, welcher sich einen Markt nach dem anderen vornimmt, doch allmählich machen sich erste Ermüdungsanzeichen bemerkbar, denn ein solcher Kampf "einer gegen alle" hinterlässt bekanntlich sichtbare Spuren.

Wurde der Online-Riese "Amazon" unlängst von zahlreichen Autoren sprichwörtlich gesagt angegriffen und selbst namhafte Verlage probten schon einmal den weitreichenden "Boykott", ganz zu schweigen vom Muskelspiel im Bereich "Filmverkauf", wobei Disney ein deutliches Signal in Richtung Amazon gesendet hatte. Auch das mit großen Erwartungen präsentierte Smartphone von Exklusivpartner "AT&T" blieb weit hinter dem, welches einem Erfolg gleichzusetzen wäre, könnte zurück und wurde innerhalb weniger Wochen von anfänglichen 199 US-Dollar (inklusive Zweijahresvertrag) auf null gesetzt. Grund dafür waren ausbleibende Käufer, welche sich wohl eher an Angeboten anderer Konkurrenten orientiert hatten. Ein drohendes Fiasko, welches unaufhaltsam auf "Jeff Bezos" zurollt, denn anstatt wenigstens unwiderstehliche Umsatzbilanzen vorweisen zu können, blieb das Plus von gerade einmal 20 Prozent (circa 20,6 Milliarden US-Dollar) weit hinter den Erwartungen zurück. Auch für das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsquartal zeigte sich Jeff Bezos skeptisch und warnte deutlich vor massivsten Verlusten. Hierbei sind von circa 570 Millionen US-Dollar Verlust die Rede, wogegen die Umsatzerwartungen von rund 27-30 Milliarden US-Dollar wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken. Es droht nicht nur ein weiterer Rekordverlust des Online-Riesen "Amazon", sondern könnte im schlimmsten Falle sogar das aus bedeuten.

Auch Karstadt kämpft verzweifelt ums Überleben, denn die Umsatzbilanzen des letzten Quartals lassen schlimmste Vermutungen aufkommen. Wenn man den Aussagen des neuen Karstadtchefs "Stephan Fanderl" glauben schenken durfte, sind für das kommende Geschäftsjahr 2015 Schließungen von bis zu sechs Kaufhäusern geplant. Für weitere acht bis zehn Kaufhäuser will sich Stephan Fanderl nach akzeptablen Lösungen umsehen, doch wie diese aussehen könnten, bleibt ungewiss. Nach dem Motto "wer sucht, der findet" will sich Stephan Fanderl tatsächlich um individuelle Lösungen bemühen, doch trotzdem droht bis zu 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Weg in die Arbeitslosigkeit. Die Rede vonseiten des provisorischen Geschäftsführers Müllensbach bestand darin, eine weitreichende Digitalstrategie (Outsourcing) sprich Fremdvergabe des Online-Shops in Betracht zu ziehen. Mit diesen Plänen könnte sich Karstadt sozusagen ein zweites Standbein aufbauen, welches parallel zum ursprünglichen klassischen Warenhausgeschäft die angeschlagene Kaufhauskette wieder auf Erfolgskurs bringen könnte. Hierbei wird ein vielversprechendes Betreibermodell mit zahlreichen externen Partnern angestrebt, welches von Beginn an auf vielversprechende Ergebnisse orientiert ist. Welche Partner für ein derartiges Betreibermodell überhaupt infrage kommen könnten, bleibt bis zum heutigen Zeitpunkt (Okt. 2014) noch ein Geheimnis. Vielleicht dürfte ein Blick in Richtung "Alibaba" weitreichende Ideen mit sich bringen, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Denkbar ist aber auch das Amazon in Karstadt investiert und so, neben New York, auch in Deutschland multifunktionale Warenhäuser betreibt.


Text by Igor Adolph (Philip)
Alibaba Group Holding Ltd. (WKN: A117ME, AHLA, US01609W1027, BABA, TWR)